Datenkarten mit QGIS & Tilemill erstellen

Datenjournalismus ist mittlerweile ein rechter Hype geworden in der deutschen Medienlandschaft. Nachdem ich in der Vergangenheit viel dazu gelesen habe wird es mal Zeit sich mit der praktischen Seite ein wenig auseinanderzusetzen. Dazu habe ich mich dem bescheidenen Ziel „Arbeitsmarktdaten für BaWü“ beschäftigt. Was dabei raus kam seht ihr hier als Screenshot oder dort als dynamische Grafik.

Tilemill Beispiel

Die verwendete Software für die Visualisierung ist Tilemill, in der Vorbereitung dazu aber auch noch QGIS und Libre Office.

Tilemill ist ein Open Source-Projekt von Mapbox.com mit dem sich schicke Karten für Online-Projekte erstellen lassen. Es dient u.a. dazu vorhandene Shapefiles aufzuhübschen, in dem man verschiedene Ebenen ein/ausblendet, Elemente koloriert oder mit Legenden versieht.

Wie so oft verspricht die Software sehr schick und nützlich zu sein, aber ehe man damit richtig loslegen kann muss man sich durch die englische Dokumentation und manches ausführliche & gute Tutorial durchwühlen, bis man dann zu den ersten Erfolgen kommt.

Daher im ersten Teil zunächst einmal mein Weg zu einem geeigneten Shapefile mit den gewünschten Daten (in meinem Beispiel Arbeitsmarktdaten) zu kommen. In Teil II werde ich dann mit den eigentlichen Arbeiten in Tilemill weiter machen.

QGIS – Shapefiles editieren und verpacken

Daten aus den deutschen Amtsstuben kommen selten mit entsprechenden Geodaten daher. Shapefiles werden immerhin allmählich zugänglich und können bei den Statistischen/Geografischen Ämtern herunter geladen werden.  Die Daten selbst stecken immer öfter in Excel- oder CSV-Files und nutzen als geografische Referenz in der Regel den Gemeindeschlüssel. Mit Hilfe dieses Schlüssels lassen sich dann die Daten aus dem Excel-File auf die geographischen Angaben des Shapefiles mappen. Dazu benutzt man am besten das Tool Quantum GIS (QGIS) und lässt sich von den zahllosen bunten Buttons und Möglichkeiten des zweifelsohne sehr mächtigen Programms nicht erschrecken, sondern folgt im wesentlichen dieser Anleitung:

  1. Man erstellt mit Hilfe von Open Office/Libre Office oder einem anderen Tabellenverarbeitungsprogramm eine dbf-Datei, die die Spalten Gemeindeschlüssel und Quote (und in meinem Fall zur besseren Lesbarkeit auch noch den Namen der geografischen Einheit) enthält.
  2. In QGIS öffnet man zunächst eine Layer („Vektorlayer hinzufügen“) mit dem Shapefile. Dann eine weitere mit den dBase-Daten in der dbf-Datei.
  3. Nun schaut man in QGIS in der Attributstabelle (Rechtsklick im Layer-Bedienfeld auf das Shapefile) wie die dortige Spalte mit dem Gemeindeschlüssel heißt (in meinem Fall „SCHLUESSEL“).

QGIS

  1. Mit einem Doppelklick auf den Namen des Shapefiles (oder Rechtsklick–>Eigenschaften)  gelangt man in die Layereigenschaften und im Reiter Verknüpfung findet dann das Mapping statt.
  2. VektorverknüpfungLayer ist die Daten-Layer (dbf-Datei), das Verknüpfungsfeld ist der Spaltenname in der dbf-Datei, mit dem gemappt werden soll (hier „GEMEINDESC“ und das Zielfeld ist der Spaltenname im Shapefile, hier also „Schluessel“. Achtung! Der Gemeindeschlüsssel muss in der dbf-Datei exakt gleich lauten wie im Shapefile, also auch mit führender Null bzw. eben ohne!
  3. Nun kann man mit Rechtsklick auf den Namen der Shapedatei das neu erstellte Shapefile abspeichern.
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One Response to Datenkarten mit QGIS & Tilemill erstellen

  1. Pingback: Tilemill-Tutorial – Karten stylen mit “CSS” » Ulrich Lang

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