Tipps & Tricks aus dem Recherchealltag – Handout für den #SWROK14 – Teil 2

Google ist wie ein guter Butler…

Er versucht ständig seinem Herrn zu gefallen und gibt ihm daher das wonach er fragt, bzw. das was dem Herrn zuvor gefallen hat. Das führt zur bekannten Filterblase (Eli Pariser). Mit den Simpsons anschaulich erklärt hat das auch der Google-Konkurrent Duckduckgo unter Don’t bubble us

Konsequenzen in der Recherche sind u.a.:

  • das Besondere/Andere ist nicht ohne weiteres zu finden, der Mainstream und meine eigenen Präferenzen/Überzeugungen haben oft Vorrang.
  • Geo-IP, Suchprotokolle, häufig  geänderte Algorithmen unterschiedliche Schreibweisen usw. sorgen dafür, dass insbesondere bei angemeldeten Google-Usern und geringen Datenschutzeinstellungen kaum ein User bei gleichen Suchbegriffen die gleichen Trefferlisten erhält.

Überblick Suchoperatoren im Schnelldurchlauf

[Filetype:pdf] schränkt die Suche auf PDF-Dateien ein. Gedanke dabei ist, dass insbesondere längere Studien, wissenschaftliche Artikel oder offizielle Papiere(Pressemitteilungen, Aufsätze, Protokolle) idR als PDF veröffentlicht werden. Lässt sich aber auch auf Powerpoint-Folien (ppt), Word-Dateien (doc, docx) oder Excel-Dateien anwenden (xls, xslx)

[Site:www.domain.de] Nur auf bestimmten Seiten suchen Mit der Site-Suche können sie die Google-Suche nutzen, um auf einer Domain zu suchen. Bspw. findet *site:facebook.com  „Suchbegriff“+ alle öffentlichen Seiten auf Facebook die den „Suchbegriff“ enthalten.

[„…“]- Phrasensuche Mit den Anführungszeichen werden die Suchbegriffe in dieser exakten Reihenfolge und in exakt dieser Schreibweise gesucht.

[*] Wildcard für beliebige Begriffe oder Zahlen Das Sternchen steht für ein beliebiges Wort (entsprechend nutzt man mehrere * für mehrere Worte), das vor bzw. nach dem Suchbegriff kommt. Sinnvoll um Worte, Zitate, Zahlen oder Aussagen zu suchen, die man nicht exakt kennt. Z.B. [berliner stadtschloss kostet * millionen Euro], das Sternchen ist aber auch kombinierbar mit anderen Suchbegriffen wie z.B. [site:www.uni-*.de] (sucht auf den Webseiten deutscher Universitäten).

[OR] Oder-Suche für Alternativen und Synonyme Mit der logischen ODER-Suche kann man mehrere alternative Suchbegriffe mit einer Suche erledigen (statt OR kann man auch den Senkrechtstrich | verwenden). Z.B. findet [geschätztes Einkommen Jauch OR Gottschalk OR Kerkeling] Seiten mit Angaben zum geschätzten Jahreseinkommen von mindestens einem der drei Prominenten.

[-] NOT-Recherche lässt Suchbegriffe ausschließen. Mit dem Minuszeichen ohne Leerzeichen gefolgt von einem Suchbegriff können Begriffe von der Suche ausgeschlossen werden. Z.B. lassen sich mit [-site:.at OR –site:.ch] österreichische und schweizer Webseiten ausschließen.

[..] für Zahlenbereiche – Mit Zahlenbereichen zu suchen ist immer dann sinnvoll, wenn man die exakte Zahl nicht kennt bzw. die exakte Zahl nicht relevant ist. „Junge Menschen“ könnte man so mit [„18..30 jährige“] suchen, regionale Adressen ließen sich mit Postleitzahlenbereichen recherchieren und wer Sportwagen mit zu viel PS sucht dürfte damit „mit 500..800 PS“ Sportwagen fündig werden.
Googlesuche

Recherchestrategien im Netz

1.       Was suche ich eigentlich?

Welche Ergebnisse erwarte ich? Welche Formulierungen sind darin vermutlich enthalten? Wie wäre die ideale Antwort? Diese Formulierungen sollte man dann als Suchbegriffe verwenden (also so etwas wie „* ist die größte hunderasse“).

2.       Wer hat das was ich suche?

Was sind die möglichen Quellen für diese Information bzw. wer kann dazu überhaupt etwas wissen? Was davon will ich überhaupt finden? Entsprechend sollte man dann direkt dort suchen z.B. site:destatis.de

3.       Was weiß ich schon?

Eine Vorrecherche ist oft hilfreich und Wikipedia oder meinungsgefärbte Presssemitteilungen sind dabei durchaus legitime Quellen. So finde ich präzisere Suchbegriffe die meine Ergebnisse schnell deutlich verbessern und Ballast aus der Trefferliste aussieben. Zu denken wäre da an Aktenzeichen, medizinische Wirkstoffe, lateinische Namen von Tieren/Pflanzen, Gesetzesnamen usw.

4.       Muster erkennen

Bestimmte Treffer will ich in meiner Trefferliste nicht sehen, sei es weil ich sie bereits kenne oder weil sie für mich irrelevant sind. Daher sollte man darauf achten welche Muster in den Ergebnissen zu erkennen sind (z.B. tauchen Begriffe wie „Warenkorb“ oder „Einkaufswagen“ naturgemäß auf Shoppingseiten auf, die man oftmals nicht sehen möchte) und diese entsprechend dann mit der NOT-Recherche (Minus-Zeichen) aussieben(-site:amazon.de oder –warenkorb|einkaufswagen).

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